
Martin Luther
10.11.1483 (Erfurt) - 18.02.1546 (Erfurt)
Martin Luther ist nahezu jedem als Reformator der Kirche bekannt. Bedeutender Kern der Reformation war, dass Luther davon überzeugt war, dass jeder Mensch die Botschaft der Bibel selbst verstehen solle. Aus diesem Grunde schuf er eine Bibelübersetzung in einer für seine Zeitgenossen verständlichen deutschen Sprache. Im classicplayalongs wiki für Komponisten taucht er in einer anderen Rolle auf.
Dass Luther auch Kirchenlieder übersetzte und eigene Texte in deutscher Sprache für Gottesdienste und festliche Anlässe schrieb, geschah aus demselben Antrieb, die den Glauben und die Kirche wieder zum Menschen zu bringen. Traditionell wurden Kirchenlieder in lateinischer Sprache verfasst und gesungen; einer Sprache, die der Großteil der Menschen nicht beherrschte. Damit Menschen kirchliche Texte verstehen und sofort mitsingen konnten, verwendete Luther häufig aus lateinischen Gottesdiensten bekannte Melodien oder griff auf Volkslieder zurück.
Luther, der selbst gerne sang und Laute spielte, brachte auch vollständig eigene Kompositionen hervor wie beispielsweise das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“.
Das kompositorische Werk Luthers mag aus heutiger Sicht nicht an die Meisterwerke späterer großer Komponisten heranreichen. Für die Musikgeschichte ist seine Bedeutung weitgehend unterschätzt. Das deutschsprachige Kirchenlied geht in wesentlichen Teilen auf seine Ideen und sein Schaffen zurück. Luthers Ziel war einfach und zugleich revolutionär: Die Gemeinde sollte nicht nur zuhören, sondern aktiv am Gottesdienst teilnehmen. Das Singen vermittelt Glauben, spendet Trost und schafft Gemeinschaft.
Aus dieser Idee entstand die Tradition des evangelischen Chorals, die die Kirchenmusik über Jahrhunderte prägte. Viele Komponisten griffen später auf Luthers Melodien und Texte zurück. Johann Sebastian Bach schuf zahlreiche Werke auf der Grundlage lutherischer Choräle. Auch Heinrich Schütz und Johann Pachelbel knüpften an diese Tradition an.
