Deutschlandlied

Das Deutschlandlied - die deutsche Nationalhymne

Das könnte Dein Ansagetext sein. Die Ausführliche Beschreibung findest Du am Seitenende.

Die deutsche Nationalhymne verbindet einen Text aus dem 19. Jahrhundert mit einer Melodie aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Die Melodie komponierte Joseph Haydn im Jahr 1797 als Kaiserhymne für Österreich. Sie gehört zu den gelungensten Beispielen seines klassischen Stils und zeichnet sich durch ihre klare Struktur, ihre sangliche Melodieführung und ihre feierliche Würde aus.

Der Text des späteren Deutschlandliedes entstand 1841 auf Helgoland. In einer Zeit politischer Zersplitterung formulierte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben damit den Wunsch nach einem geeinten Deutschland. Die Verbindung von Text und Melodie entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Symbol deutscher Geschichte.

Bis heute beeindruckt die Komposition durch ihre Schlichtheit und ihre musikalische Ausgewogenheit. Haydn gelingt es, mit einfachen Mitteln eine Melodie zu schaffen, die zugleich feierlich, würdevoll und leicht verständlich wirkt. Gerade diese Verbindung aus Klarheit und Ausdruckskraft hat dazu beigetragen, dass die Melodie seit mehr als zwei Jahrhunderten ihren festen Platz im kulturellen Gedächtnis Europas besitzt.

Ich wünsche Ihnen nun viel Freude mit der Deutschen Nationalhymne.

classicplayalongs Arrangement

Höre das Deutschlandlied an

Hier werden die Melodien von Soloistrumenten gespielt.
Die häufigsten Fragen zur Deutschen Nationalhymne

Die FAQ zur deutschen Nationalhymne

und das, was auch Musiker interessiert.

Wer komponierte die Nationalhymne?

Die Musik stammt von Joseph Haydn, der Text von Hoffmann von Fallersleben.

Wie ist der Text der deutschen Nationalhymne?

Den Text der dritten Strophe, die gesungen wird haben wir am Seitenende für Dich aufgeschrieben.

Warum wird nur die dritte Strophe gesungen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg war umstritten, ob das Deutschlandlied weiterhin als Nationalhymne verwendet werden sollte. Vor allem die erste Strophe war durch ihre Instrumentalisierung während der Zeit des Nationalsozialismus politisch belastet. Bundespräsident Theodor Heuss sprach sich zunächst für eine neue Nationalhymne aus. Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie die Regierungsparteien CDU und CSU wollten dagegen am Deutschlandlied festhalten, da sie es als Teil der deutschen Geschichte betrachteten. 1952 einigten sich Heuss und Adenauer auf einen Kompromiss: Die Melodie von Joseph Haydn und das Deutschlandlied blieben erhalten, offiziell gesungen werden sollte jedoch nur die dritte Strophe mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Diese Strophe stellt demokratische Werte und den Rechtsstaat in den Mittelpunkt und ist bis heute die offizielle Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.

Wie entsteht musikalisch das Feierliche in der deutschen Nationalhymne?

Die Melodie bewegt sich überwiegend in kleinen Tonschritten und ist in regelmäßig aufgebauten, symmetrischen Phrasen gegliedert. Sie steht im originalen Haydn-Satz in G-Dur, einer Tonart, die oft als hell, klar und festlich empfunden wird. Die überwiegend diatonische Melodieführung sorgt für einen natürlichen und gesanglichen Charakter. Wirkungsvoll sind die aufsteigenden Melodielinien zu Beginn der wichtigsten Phrasen. Sie verleihen der Musik Größe und Zuversicht, ohne pathetisch zu wirken. Die Harmonik bleibt weitgehend in den Hauptfunktionen Tonika, Dominante und Subdominante verankert. Dadurch entsteht ein Gefühl von Stabilität und Verlässlichkeit. Der überwiegend schreitende Rhythmus ohne komplexe Synkopen oder virtuose Figuren trägt zur würdevollen Wirkung bei. Haydn gelingt es, mit vergleichsweise einfachen kompositorischen Mitteln eine Melodie zu schaffen, die zugleich feierlich, einprägsam und leicht verständlich wirkt.

Wie kann ich mein Spiel verbessern, wenn ich die deutsche Nationalhymne übe?

Die Deutsche Nationalhymne gehört technisch nicht zu den schwierigsten Werken, stellt aber hohe Anforderungen an Klang, Intonation und musikalische Gestaltung. Da die Melodie nahezu jedem Zuhörer vertraut ist, werden Unsicherheiten sofort hörbar. Beim Üben arbeitest Du an einem sauberen Ton, gleichmäßiger Phrasierung und einer kontrollierten Dynamik. Die langen Melodiebögen fördern eine musikalische Linienführung und helfen Dir, Spannung über mehrere Takte hinweg aufzubauen. Bläser verbessern Atemführung, Luftkontrolle und Legatospiel. Streicher trainieren Bogenführung, Klangentwicklung und die Kontrolle von Strichwechseln. Holzbläser können besonders an Klangfarbe, Tonansatz und Registerübergängen arbeiten. Gleichzeitig lernst Du, eine feierliche Melodie stilgerecht vorzutragen und Dich sicher in einen orchestralen Gesamtklang einzufügen. Die Nationalhymne zeigt eindrucksvoll, dass musikalische Wirkung oft weniger von Virtuosität als von Klangqualität, Ausdruck und musikalischer Reife abhängt.

Warum haben so viele Solisten die Deutsche Nationalhymne im Repertoire?

Das Deutschlandlied gehört zu den Werken, die bei vielen offiziellen und feierlichen Anlässen gefragt sind. Es erklingt bei Vereinsjubiläen, Gedenkveranstaltungen, kommunalen Feiern, offiziellen Empfängen, Sportveranstaltungen und staatlichen Anlässen. Viele Musiker werden früher oder später gebeten, die Nationalhymne solistisch oder gemeinsam mit einem Ensemble vorzutragen. Darüber hinaus eignet sich das Werk hervorragend zur Arbeit an den musikalischen Grundlagen. Die Melodie verlangt eine sichere Intonation, einen tragfähigen Klang und eine überzeugende Phrasierung. Technische Schwierigkeiten treten in den Hintergrund; stattdessen stehen Ausdruck, Klangkultur und musikalische Reife im Mittelpunkt. Wer die Deutsche Nationalhymne überzeugend spielen kann, entwickelt Fähigkeiten, die sich auf nahezu jedes andere Werk übertragen lassen. Nicht zuletzt gehört die Melodie von Joseph Haydn zu den bedeutenden Kompositionen der Wiener Klassik. Sie verbindet historische Bedeutung mit musikalischer Qualität und ist deshalb ein wertvoller Bestandteil des Repertoires vieler Solisten.

Für alle, die etwas mehr erfahren wollen

Das Deutschlandlied im Detail

„Einigkeit und Recht und Freiheit“: Die Geschichte der deutschen Nationalhymne

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft spielt, bei Staatsbesuchen der Bundespräsident das Wort ergreift oder ein anderer feierlicher Anlass bevorsteht, erklingt sie: die deutsche Nationalhymne. Doch was heute wie eine Selbstverständlichkeit wirkt, blickt auf eine lange, wechselvolle und zeitweise kontroverse Geschichte zurück. Die deutsche Hymne ist mehr als nur ein Lied; sie ist ein Spiegel der deutschen Geschichte.

Ursprünge des Textes im Vormärz

Der Text der heutigen Nationalhymne stammt aus dem Gedicht „Das Lied der Deutschen“, das August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Professor für Germanistik und Dichter, im Jahr 1841 verfasste. Er verbrachte den Sommer dieses Jahres auf Helgoland, um Abstand vom unruhigen politischen Geschehen in Deutschland zu gewinnen. Die Insel gehörte damals zu Großbritannien und verfügte über vergleichsweise weitreichende Freiheitsrechte. Diese nutzte Hoffmann von Fallersleben, um mit seinem dreistrophigen Gedicht einen Appell gegen die Kleinstaaterei und für die nationale Einheit der Deutschen zu formulieren. Während und nach der Revolution von 1848 gewann das Gedicht in weiten Teilen des Deutschen Bundes an Popularität. Auch nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 blieb es eines der bekanntesten patriotischen Lieder Deutschlands.

Die Melodie stammt aus einem ganz anderen Zusammenhang. Joseph Haydn komponierte sie 1796/97 als Kaiserhymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“ für das Habsburgerreich. Haydn konnte kaum ahnen, dass seine Komposition später zur Melodie der deutschen Nationalhymne werden würde.

Erstmals Nationalhymne in der Weimarer Republik

Zur offiziellen Nationalhymne wurde das Deutschlandlied erst in der Weimarer Republik. Reichspräsident Friedrich Ebert verfügte 1922, dass es bei staatlichen Anlässen als Nationalhymne verwendet werden solle. Offiziell galt dabei das gesamte Deutschlandlied als Nationalhymne. Besonders häufig wurde jedoch die erste Strophe mit dem bekannten Beginn „Deutschland, Deutschland über alles“ gesungen.

Im nationalsozialistischen Dritten Reich

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Deutschlandlied ideologisch vereinnahmt. Vor allem die erste Strophe wurde regelmäßig als musikalische Einleitung nationalistischer Propaganda verwendet. Diese politische Instrumentalisierung prägt die öffentliche Wahrnehmung der ersten Strophe bis heute.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Frage nach einer Nationalhymne zunächst offen. Bundespräsident Theodor Heuss sprach sich für eine neue Hymne aus, während Bundeskanzler Konrad Adenauer das Deutschlandlied beibehalten wollte. Schließlich einigten sich beide darauf, künftig ausschließlich die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu verwenden.

Mit den Zeilen „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ erhielt die Hymne eine neue Bedeutung. Der Fokus lag nun nicht mehr auf nationalistischen Deutungen, sondern auf den demokratischen Grundwerten der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Vereinbarung von Heuss und Adenauer bildet die dritte Strophe des Deutschlandliedes in Verbindung mit Haydns Melodie die offizielle Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Anders als in vielen anderen Staaten ist ihre Verankerung nicht durch ein Gesetz geregelt, sondern durch eine Vereinbarung zwischen Bundespräsident und Bundesregierung.

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde ab 1949 eine andere Nationalhymne verwendet. Das Lied „Auferstanden aus Ruinen“ wurde von Hanns Eisler komponiert; der Text stammt von Johannes R. Becher. Interessanterweise enthielt auch diese Hymne den Wunsch nach einem „einigen Vaterland“.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands stellte sich die Hymnenfrage erneut. In einem Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl wurde 1991 bestätigt, dass ausschließlich die dritte Strophe des Deutschlandliedes die Nationalhymne des vereinten Deutschlands ist.

Heute steht die deutsche Nationalhymne für die demokratischen Grundwerte der Bundesrepublik. Mit den Begriffen Einigkeit, Recht und Freiheit formuliert sie Ideale, die auch mehr als 180 Jahre nach der Entstehung des Deutschlandliedes nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Die Dritte Strophe des Deutschlandliedes

Der Text der Deutschen Nationalhymne

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!

Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
blüh’ im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!

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