
Antonio Vivaldi
04.02.1678 (Venedig) - 28.07.1741 (Wien)
Antonio Vivaldi war ein herausragender italienischer Komponist, Geiger und Priester, der eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Barockmusik spielte. Seine Werke, insbesondere seine Konzerte, gelten als Meisterwerke der Barockzeit und haben die nachfolgende Musik in nachhaltig geprägt. Vivaldis Musik zeichnet sich durch lebendige Rhythmen, virtuose Passagen und eine tiefe emotionale Ausdruckskraft aus. Am bekanntesten ist er für seine Sammlung von Violinkonzerten „Die vier Jahreszeiten“ (Le quattro stagioni), die zu den bekanntesten und am häufigsten aufgeführten Werken der klassischen Musik gehören.
Vivaldi wuchs in Venedig auf. Sein Vater war Violinist im Markusdom und erkannte früh Antonios Talent und konnte den Son meisterlich fördern. Bereits in jungen Jahren galt Antonio Vivaldi als Virtuose auf der Violine und begann, sowohl für sich selbst, als auch für andere Musiker zu komponieren. Dabei entwickelte er eine eigene Form des Solokonzerts mit Orchester, welche sehr schnell europaweit hohe Popularität erlangte. Vivaldi schrieb über 500 Konzerte, die meisten für Solovioline und Orchester, aber auch für andere Instrumente wie Cello, Fagott, Flöte und Mandoline. Damit prägte den konzertanten Stil „concerto grosso“, der im 18. Jahrhundert die europäische Musik dominierte.
Neben seinen instrumentalen Werken komponierte Vivaldi auch zahlreiche Opern, geistliche Musik und Kammermusik. Die Musik Vivaldis verbindet Virtuosität und Anspruch und ist gleichzeitig zugänglich für ein breites Publikum.
Vivaldi stand in brieflichem Austausch mit Johann Sebastian Bach. Es ist nicht bekannt, dass der Venezier Vivaldi und der Leipziger Bach sich persönlich trafen. Bach transkibierte einige Konzerte Vivaldis für Orgel und Cembalo. Diese Transkriptionen zeigen, wie Bachs eigener Stil durch die italienische Konzertform bereichert wurde, und verdeutlichen den gegenseitigen Respekt, den diese beiden musikalischen Giganten ihrer Zeit füreinander hatten.
Vivaldi wurde 1703 zum Priester geweiht und in dieser Funktion im am Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig tätig. Aufgrund seiner roten Haare wurde er „Il Prete Rosso“ („der rote Priester“) genannt. Dem Beruf zog er offenbar das Kompnieren vor. Berichten zufolge führte verließ er oft den Altar während der Messe, um neue musikalische Ideen aufzuschreiben. Er entschuldigte das mit seiner „Engbrüstigkeit“ (vermutlich Asthma). Vivaldi hat offensichtlich die Musik den priesterlichen Pflichten vorgezogen.
Trotz seines großen Erfolgs zu seiner Lebenszeit geriet Vivaldi nach seinem Tod in Vergessenheit. Viele seiner Werke blieben ungespielt. Erst im 20. Jahrhundert wurden seine Kompositionen wiederentdeckt. Heute ist er als einer der bedeutendsten Komponisten des Barocks anerkannt.
