Willkommen in der Vorpremiere!

Wir wünschen Dir viel Spaß mit dem ersten offiziell veröffentlichem classicplayalong.

Johannes Brahms

Ungarischer Tanz Nr.5

Ein kulturelles Phänomen

In der classicplayalongs Version enthalten:

Übungsgeschwindigkeiten

102 BPM, 116 BPM und das "Originaltempo" 132 BPM

Tracks mit und ohne Solo-Instrument

zum Reinhören und selber spielen

Notenblatt

als DIN A4 pdf

über Johannes Brahms

Geboren: 7. Mai 1833 in Hamburg

Gestorben: 3. April 1897 in Wien

Johannes Brahms war einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik – ein musikalisches Genie mit dem Herzen eines Traditionalisten und dem Geist eines Innovators. Geboren im damals noch eigenständigen Hamburg als Sohn eines Kontrabassisten, wuchs Brahms in einfachen Verhältnissen auf, entwickelte früh eine außergewöhnliche musikalische Begabung. Schon als Kind spielte er Klavier in Hamburger Kneipen, um zum Familienunterhalt beizutragen.

Sein Leben war geprägt von der tiefen Auseinandersetzung mit der musikalischen Vergangenheit. Während viele Zeitgenossen den radikalen Neuerungen Richard Wagners folgten, blieb Brahms den klassischen Formen verpflichtet – und zeigte eindrucksvoll, dass man auch innerhalb traditioneller Strukturen tief bewegende, moderne Musik schaffen konnte. Seine Werke, darunter vier Sinfonien, zahlreiche Klavierwerke, Kammermusiken, Konzerte, das Deutsche Requiem zeugen von einem tiefen Verständnis für Struktur, Melodie und Emotion.

Brahms stand im Zentrum eines musikalischen Netzwerks, das die europäische Musikszene prägte. 1853 wurde er Robert und Clara Schumann vorgestellt. Robert Schumann erkannte sofort die Größe des jungen Komponisten und veröffentlichte in seiner Zeitschrift Neue Zeitschrift für Musik den berühmten Artikel „Neue Bahnen“, in dem er Brahms als kommenden Retter der Musik feierte. Diese frühe öffentliche Ehrung öffnete Brahms viele Türen.

Clara Schumann wurde zur wichtigsten Vertrauten in Brahms’ Leben. Ihre intensive Freundschaft – manche sagen: ihre nie ganz erfüllte Liebe – zog sich über Jahrzehnte.

Auch mit Joseph Joachim, dem gefeierten Geiger seiner Zeit, verband ihn eine lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit – gemeinsam führten sie unter anderem das Violinkonzert D-Dur auf, das als eines der schwersten und schönsten seiner Art gilt.

Johannes Brahms war bekannt für seinen scharfen Humor, seine Ironie – und für seine äußere Schroffheit Bei einer Probe eines seiner Werke mit einem Wiener Orchester soll er das Spiel mit den Worten „Meine Herren, das war gut – aber schöner wäre es, wenn Sie aufhörten zu spielen!“ unterbrochen haben. In einem Wiener Café von einem jungen Musiker angesprochen: „Maestro, ich spiele Ihre Musik sehr oft!“ soll trocken Brahms geantwortet haben: „Tja, das tun Sie wohl nicht oft genug – sonst würden Sie mich nicht stören.“ Unter Musikern nannte man Brahms hinter vorgehaltener Hand den bärtigen Titan.

Brahms starb 1897 in Wien, wo er auch begraben liegt – auf dem Zentralfriedhof, nicht weit entfernt von Beethoven und Schubert, denen er sich stets verpflichtet fühlte. Heute gilt Johannes Brahms als einer der „drei großen B’s“ der Musikgeschichte – Bach, Beethoven, Brahms – und als Brücke zwischen der Klassik und der musikalischen Moderne. Seine Werke werden in aller Welt gespielt, geschätzt und geliebt – von Musikern wie von Hörern.

über den Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms

Der Ungarische Tanz Nr. 5 in g-Moll ist zweifellos eines der bekanntesten Werke von Johannes Brahms – temperamentvoll, dramatisch, voller rhythmischer Energie und musikalischem Witz. Kaum ein anderes Stück aus seinem Œuvre hat eine derart breite kulturelle Wirkung entfaltet – von den Konzerthäusern des 19. Jahrhunderts bis in die Popkultur des 21.

Die Ungarischen Tänze (insgesamt 21 Stücke) entstanden zwischen 1858 und 1869 zunächst als vierhändige Klavierfassungen. Brahms selbst sah sie nicht als originale Kompositionen, sondern als Bearbeitungen ungarischer Volksmelodien – was nur teilweise korrekt ist. Die populäre Nummer 5 etwa basiert auf einem Csárdás des ungarischen Geigers Béla Kéler (Bartfai Emlek), den Brahms fälschlich für eine Volksweise hielt.

Die Ungarischen Tänze wurden bald in Orchesterfassungen bearbeitet – teils von Brahms selbst (Nr. 1, 3 und 10), teils von anderen, etwa Antonín Dvořák. Die Orchesterfassung der Nr. 5 entstand 1874, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit Brahms, wurde aber nicht offiziell von ihm autorisiert.

Das Stück verbreitete sich rasch über Europa hinaus, insbesondere durch den Druck der Klavierfassung 1869 durch den Hamburger Verleger Fritz Simrock, der Brahms mit den Einnahmen erheblich bereicherte.

Zur Zeit der Veröffentlichung war das Werk eine Sensation: Es verband virtuose Spielfreude mit einem vermeintlich „authentischen“ Volkscharakter – und traf damit exakt den Geschmack des romantischen Bürgertums. Die Tänze galten als eine Art exotischer Ausflug in die leidenschaftliche Welt des Ostens, besonders für das westeuropäische Publikum. Der ungarische Tanz Nr. 5 war der absolute Star der Sammlung – sein dramatischer Wechsel zwischen langsamen Einleitungen und rasanten Ausbrüchen begeisterte Musiker wie Publikum.

Heute ist die Nr. 5 fast ein musikalisches Meme: Sie steht für „klassische Rasanz“, für „temperamentvolle Heiterkeit“ – oft mit einem Augenzwinkern. Sie gehört zum Standardrepertoire vieler Orchester und wird regelmäßig für junge Hörer als Einstieg in die klassische Musik verwendet. Außerdem ist sie omnipräsent in der Populärkultur.

Die ubiquitäre Verwendung des Ungarischen Tanzes Nr. 5 reicht von Zeichentrickfilmen über Kinofilme bis zur Fernsehwerbung:

  • In The Great Dictator (1990) von Charlie Chaplin tanzt Hynkel (eine Hitler-Parodie) mit einem Globus zur Musik –angelehnt an Brahms’ Tanz Nr. 5 damit assoziiert.

  • In The Witches (1990) von Nicolas Roegg unterstreicht die Nr. 5 das hektische Treiben der Hexen im Hotel

  • In Fools Rush In - Herz über Kopf (1997) von Andy Tennant untermalt die Nr.5 ironisch eine Hochzeitsszene mit kultureller Konfrontation.

  • Viele werden den Ungarischen Tanz Nr.5 schon in Bugs Bunny, bei Mr. Bean, in Shaun das Schaf oder der DEFA Zeichentrickserie Max und Moitz oder Monty Python gehört haben.

  • Im Gaming ist das Stück weit verbreitet angefangen mit Fantasia 1991, über Tetris Worlds 2001, Donkey Konga 2003, Gran Tourismo HD Concept (2006), Burnout Paradise (2008), Saints Row 2 (2008) Civilisation Revolution (2008), Just Dance (2011), Just Dance now (2015), Forza Horizon 3 (2016), .

Der Ungarische Tanz Nr. 5 ist mehr als nur ein klassisches Stück Musik – er ist ein kulturelles Phänomen.

Viel Spaß wünschen Frank & Max